Was ich über Verletzlichkeit, Scham und Sichtbarkeit mit der eigenen Wahrheit gelernt habe

Von innen heraus • Marta

Dieser Blogartikel ist aus einem Video enstanden, das ich heute aufgenommen habe. Wenn du eher ein Mensch bist, der lieber zuhört als liest, dann habe ich das Video dazu hier für dich verlinkt.

Hier geht´s zum YouTube Video: Was ich über Verletzlichkeit, Scham und Sichtbarkeit mit der eigenen Wahrheit gelernt habe


Was, wenn du dir einfach erlaubst zu sprechen? Was, wenn du aufhörst zu warten, bis endlich der perfekte Zeitpunkt da ist, bis alle Umstände stimmen, bis du dich innerlich bereit fühlst – und dich einfach zeigst, so wie du bist?

Ich bin seit Dezember auf YouTube und seit vier Monaten auf diesem Kanal unterwegs. Ich habe meine ersten knapp 100 Abonnenten gewonnen – und ich weiß jeden einzelnen zu schätzen. Und gleichzeitig möchte ich ehrlich mit dir sein: Dieser Weg war alles andere als leicht für mich.

Selbst heute noch, wenn ich ein neues Video aufnehme, ist da diese innere Mauer. Und diese Mauer sagt mir jedes Mal:

Nein, so nicht. So kannst du dich nicht zeigen. Willst du das wirklich sagen? Das ist doch viel zu viel. Was denken deine Nachbarn? Du bist noch zu jung dafür. Du musst erst noch reifen, besser werden, älter werden – bis du endlich deine Wahrheit aussprechen darfst.

Vielleicht erkennst du dich darin wieder. In diesen inneren kritischen Stimmen, die dir ständig sagen wollen, dass du noch nicht bereit bist.


Der innere Kritiker, der mich fast zum Schweigen gebracht hat

Ich habe für mich auf diesem Weg eine wichtige Sache gelernt: meinem inneren Kritiker nicht mehr zu glauben.

Mein Mann hat mich einmal sehr liebevoll damit geneckt, ich klänge wie die Pfarrerin von der Kanzel. Ich musste selbst lachen – weil genau das ein Punkt war, den mein innerer Kritiker auch ständig angesprochen hatte: Martha, du klingst so belehrend. So kannst du dich nicht ausdrücken.

Aber meine Absicht war es niemals, irgendjemanden zu belehren. Ich spüre einfach diesen tiefen Ruf in mir, mein Erlebtes und meine Wahrheit zu teilen. Und dieser innere Kritiker wurde so groß, dass ich irgendwann wirklich kein einziges Wort mehr herausbrachte. Ich hatte aufgehört, mich frei auszudrücken, weil ich ständig meine eigene Wortwahl beobachtete, ständig kontrollierte, ständig prüfte. Mein inneres Selbstbeobachtungssystem wurde so groß, dass ich mich selbst sabotiert habe.

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Woher diese Angst wirklich kommt

Oft haben diese Ängste ihre Anfänge in der Kindheit. Dort habe ich gelernt, dass es gefährlich ist, die innere Wahrheit auszusprechen. Dass sie nicht gewünscht ist. Dass man sich anpassen muss, gehorsam sein muss, das tun muss, was die Erwachsenen sagen.

Schon da hat die Angst ihre Wurzeln geschlagen – die Angst, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist. 

Und gleichzeitig habe ich diesen enormen inneren Ruf, genau das zu tun. Nicht mit einer Maske, nicht um etwas zu verkaufen – sondern weil diese Sichtbarkeit für mich ein Weg des Wachstums ist. Ein Individuationsweg. Ein Weg der Verwirklichung.

Denn jedes Mal, wenn ich ein Video hochladen will, zeigt sich mein innerer Kritiker. Wenn ich diese Videos nicht hochladen würde, würde er sich nicht so offensichtlich zeigen – und ich könnte auch nicht an ihm arbeiten, ihn erkennen, ihn umwandeln und diese Wunde in mir heilen.


Die Scham sagt nicht die Wahrheit

Was mir allmählich bewusst wird: Der innere Kritiker, die Selbstsabotage, all diese inneren Stimmen – das ist letztendlich ein riesiger Schutzmechanismus. Und dieser Schutzmechanismus fühlt sich super unangenehm an. Wie blanke Scham. Als wäre ich ein offenes Buch. Als würde ich mein Herz direkt in den Regen stellen.

Diese Scham fühlt sich manchmal so überwältigend an, dass wir einfach das Bedürfnis haben, uns zurückzuziehen, uns zu verstecken, still zu sein, am liebsten vom Erdboden verschluckt zu werden.

Und das Schlimmste daran: Wir denken, dass die Scham die Wahrheit sagt. Wir verwechseln sie mit unserer inneren Führung und glauben, dass wir es wirklich nicht tun sollten, weil es tatsächlich so peinlich, so angreifbar wäre.

Aber die Scham hatte nicht recht.

Ja, es wird Menschen geben, die dich genau da treffen, wo du dich selbst am meisten kritisierst. Aber selbst diese Menschen helfen dir auf deinem Selbsterkenntnisweg. Sie holen deinen inneren Kritiker an die Oberfläche – und genau dort kannst du ihn sehen und verwandeln.

Solange die Scham aktiv ist, wird sich jegliche Kritik von außen wie eine Bestätigung anfühlen. Wie ein: siehst du, da hast du es – du bist wirklich nicht gut genug. Aber das ist eine Lüge. Das Leben spiegelt dir nur deine eigene Beziehung zu dir selbst wider. Und wenn du beginnst, diese innere Überzeugung zu verändern, verändert sich auch das, was dir das Leben zurückspiegelt.


Verletzlichkeit ist keine Schwäche – sie ist ein Portal

Brené Browns Buch „Verletzlichkeit macht stark“ hat mir dabei sehr geholfen zu erkennen: Dieses Gefühl, verletzbar zu sein, ist keine Schwäche. Auch wenn es sich so anfühlt. Auch wenn es sich ultra unangenehm anfühlt, wie ein Zu-viel-sein, wie ein Ich-habe-zu-viel-preisgegeben.

In Wahrheit ist diese Verletzlichkeit deine allergrößte Stärke. Weil genau da, wo du dich verletzlich zeigst, zeigst du dich wirklich echt. Und ermöglichst damit anderen, dich wirklich zu sehen – und sich auf einer tiefen Ebene mit dir verbunden zu fühlen.

Für mich war diese Verletzlichkeit ein Portal zu der Zugehörigkeit, nach der ich mich ein Leben lang gesehnt hatte.

Vor sechs Jahren hatte ich schon einen Instagram-Kanal, und da habe ich mich zum allerersten Mal wirklich verletzlich gezeigt. Und ich habe gelernt, dass das die wichtigste und beste Entscheidung in meinem ganzen Leben war.

Mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin. Unperfekt, unvollkommen, aber echt.

Weil mir genau das ermöglicht hat, gesehen zu werden – nicht von irgendjemanden, sondern von den richtigen Menschen. Mit einem Leben, das auf mein Inneres zugeschnitten ist. Mit einem Beruf, der auf mein Inneres zugeschnitten ist. 

Ich habe in meinem Leben nicht mehr länger Umstände, in denen ich mich anpassen muss. Weil ich gelernt habe, meinem inneren Führungssystem zu vertrauen. Ein inneres Nein ist auch ein Nein im Außen. Keine Ja´s mehr, während innerlich Nein aufblinkt…


Die Erlaubnis, du selbst zu sein

Die Angst, sichtbar zu werden – die Scham, dich wirklich echt zu zeigen – sie sagt nicht die Wahrheit. Es ist nicht deine innere Führung, die dir sagen will: Tu es nicht, weil du wirklich nicht gut genug bist, noch nicht bereit, nicht liebenswert.

Die Wahrheit ist: Die meisten von uns haben einfach nie gelernt, dass Selbstsein sicher ist. Wir haben sehr früh gelernt, dass Anpassen der sicherere Weg ist – der Weg zu Zugehörigkeit, Sicherheit, Bestätigung.

Und wenn wir dann als Erwachsene entscheiden, unsere Wahrheit zu leben und uns zu zeigen, wie wir wirklich sind, kann sich das im Körper manchmal wirklich lebensgefährlich anfühlen. Genauso hat es sich für mich so oft angefühlt.

Aber ich habe entschieden, diesen Gefühlen nicht länger zu glauben. Meine Verletzlichkeit nicht länger als Schwäche zu sehen – sondern als eine Chance zu echter Verbindung. Als ein Ja zu mir selbst. Als eine Erlaubnis mir selbst gegenüber:

So bin ich. Das ist mein Selbstausdruck. So spreche ich. Ich kann nicht anders sein, als ich es bin – und ich erlaube mir, so zu sein und mich so zu zeigen.

Und je öfter wir das tun – desto kleiner wird diese Scham. Desto kleiner wird diese Mauer, die wir jahrelang aufrechterhalten haben. Irgendwann merkst du, dass die Rüstung, die du jahrelang getragen hast, immer leichter wird.

Bis du eines Tages einfach deine Handykamera aus der Hosentasche ziehen, spontan sprechen und das Video hochladen kannst – ohne darüber zu grübeln, ob du das so posten kannst.

Dieser Punkt wird kommen. Für mich ist er ein Prozess. Für dich auch.


Von innen heraus

Je bewusster du dir über deine Verletzlichkeit wirst – je mehr du lernst, sie auszuhalten statt vor ihr wegzulaufen, sie wirklich im Körper zu spüren und zu sagen: da ist sie wieder, meine Verletzlichkeit, das fühlt sich unangenehm an, ich würde am liebsten alles löschen, aber ich bleibe – desto mehr kannst du sie auch halten. Und dein Körper lernt mit der Zeit: 

ES IST SICHER, ICH SELBST ZU SEIN. ICH DARF. 

Und genau das ist dann der Punkt, wo die Transformation geschieht. Die Veränderung, die du dir immer gewünscht hast: Die Freiheit, du selbst zu sein.

Du bist nicht hier, um dich anzupassen. Du bist hier, um der Mensch zu werden, der du wirklich bist.

Ich wünsche dir alles Liebe. 🤍

— Marta, Von innen heraus

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Marta

Früher sehnte ich mich nach Freiheit. Heute weiß ich: Freiheit bedeutet, sich selbst ein Ja zu geben und dem Ruf des Herzens zu folgen. Auf meinem Blog teile ich meine Gedanken und Erfahrungen auf meinem Herzensweg.  Vielleicht sind meine Worte auch eine Einladung an Dich, dem Ruf deines Herzens zu vertrauen und ihm zu folgen. 

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