Zulassen heißt fühlen.

Innere Arbeit  ·  Gefühle

Nicht kämpfen, nicht verstehen, nicht verändern. Einfach nur fühlen.

Ich war lange jemand, der das Leben von außen nach innen gestalten wollte. Ich denke, genau das ist immer noch die Norm. Für die meisten. Das Leben von außen nach innen zu gestalten: Erst den Erfolg im Beruf erreichen, erst die richtigen Umstände schaffen, erst den perfekten Wohnort finden, erst die perfekte Beziehung finden… um dann endlich glücklich sein zu können. Irgendwann.

Doch solange ich nach dieser Norm lebte, hatte sich mein Glück nicht eingestellt. Stattdessen fühlte ich mich nie gut genug. Weil meine Umstände mir ständig spiegelten, dass ich noch nicht dort war, wo ich sein sollte. Also kämpfte ich noch mehr und strengte mich noch mehr an. Suchte noch mehr im Außen. 

Bis ich irgendwann nicht mehr konnte. Ich wurde immer erschöpfter, emotional sowie körperlich. Ich bekam Panikattacken. Mein Körper konnte nicht mehr Wege gehen, die meine innere Wahrheit übergingen. 

Mir wurde klar: So konnte ich nicht weitermachen. Denn ich wusste bereits, was mich erwarten würde, wenn ich so weitermachte. 

Ich musste endlich meine Wahrheit leben. Doch was war meine Wahrheit genau? Ich spürte nur, dass mich innerlich etwas rief. Da war diese Stimme, diese Sehnsucht nach einem freien, glücklichen, selbstbestimmten, sinn-erfüllten Leben. Doch wie sollte ich dahin kommen?

Die Antwort darauf war: 

Indem ich begann zu FÜHLEN. 

Ich begann, all die Dinge umzusetzen und zu praktizieren, die ich so häufig in Selbsthilfebüchern las. Darunter die Meditation.

Wann immer ich Zeit und eine Rückzugsmöglichkeit meditierte ich. Manchmal 10 Minuten. Manchmal bis zu 2 Stunden. 

In der Meditation fühlte ich einfach nur das, was sich gerade in meinem Körper bewegte. Natürlich waren da immer wieder auch störende Gedanken zwischendurch. Aber genau das ist die Herausforderung der Meditation: Sich von den Gedanken nicht ablenken zu lassen, sondern sie einfach ziehen zu lassen, wie Wolken im Himmel. Und innerhalb weniger Wochen begann sich dadurch mein Leben zu verändern. Von innen heraus

Durch die Meditation habe ich gelernt, meine Gefühle wirklich zu fühlen. Nicht zu analysieren. Nicht zu bewerten. Nicht wegzumachen. Einfach nur zu fühlen, was im Körper ist.

Heute weiß ich: 

Zulassen von Gutem – von Liebe, von Freude, von Erfüllung – bedeutet nichts anderes als Gefühle fühlen.
 

Das klingt simpel. Und gleichzeitig ist es das Schwierigste, was ich je gelernt habe. Weil wir so trainiert sind, Gefühle zu managen, zu erklären, zu überwinden. Aber nicht einfach nur da zu sitzen und sie zu fühlen.

· · ·

Was ich dabei entdeckt habe: Die Unsicherheit, die ich jahrelang als Teil meines Charakters gesehen habe. Die Schwäche, an der ich glaubte, arbeiten zu müssen. Das war in Wahrheit nichts anderes als Druck im Brustraum.

Einfach nur Druck im Brustraum.

Keine riesige Lebensgeschichte dahinter. Kein Beweis, dass ich nicht gut genug bin. Nur eine Empfindung im Körper, die gefühlt werden wollte.

Und alles, was wir nicht fühlen wollen, wird stärker. 

Es ruft uns durch steigende Intensität dazu auf, es endlich anzuschauen. Nicht weil es uns quälen will. Sondern weil Gefühle gefühlt werden wollen – um durchgelassen zu werden. Um sich auflösen zu können.

· · ·

Ich möchte dich kurz einladen, das selbst zu spüren. Nicht als Übung, nicht als Technik. Einfach als ein paar Minuten mit dir.

Leg eine Hand auf dein Herz oder deinen Bauch – je nachdem, was sich stimmiger anfühlt.
Atme.
Und fühl einfach, was gerade in deinem Körper ist. Ohne es zu benennen. Ohne zu sagen: das ist die Unsicherheit, das ist die Scham, das kommt daher und daher. Einfach nur: was ist da? Druck? Enge? Wärme? Starre?
Lass es einfach da sein.

Vielleicht merkst du, dass das, was sich so unerträglich angefühlt hat, wenn du es wirklich im Körper fühlst ohne den Kopf einzuschalten, plötzlich nur noch eine Empfindung ist. Nichts in Stein Gemeißeltes. Nichts Permanentes. Einfach eine Bewegung im Körper, die durchfließen darf.

Die Angst, die nicht gefühlt wird, verhindert auch, dass die Freude erwachen kann.

Das ist der Kern von allem, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Wir können die guten Gefühle nicht wirklich einladen, solange wir die schweren nicht durchfühlen. Nicht weil das Leben so grausam ist. Sondern weil beides aus derselben Fähigkeit kommt: wirklich fühlen zu können.

Und je öfter du das tust – je öfter du dir erlaubst, einfach nur da zu sein mit dem was ist – desto mehr wirst du merken, dass Freude, Frieden und Klarheit keine Zustände sind, die du erreichen musst. Sie sind dein natürlicher Zustand, wenn du aufhörst, alles andere wegzumachen.

· · ·

Ich schreibe das nicht, weil ich es schon perfekt kann. Sondern weil ich mittendrin bin. Weil ich jeden Tag neu übe, einfach zu fühlen was da ist, ohne es sofort zu bewerten oder wegzumachen.

Was ist gerade in deinem Körper, wenn du das liest? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

Marta

Von innen heraus · weil alles, was wir uns wünschen, dort beginnt.

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Marta

Früher sehnte ich mich nach Freiheit. Heute weiß ich: Freiheit bedeutet, sich selbst ein Ja zu geben und dem Ruf des Herzens zu folgen. Auf meinem Blog teile ich meine Gedanken und Erfahrungen auf meinem Herzensweg.  Vielleicht sind meine Worte auch eine Einladung an Dich, dem Ruf deines Herzens zu vertrauen und ihm zu folgen. 

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